Dichtungstechnik für industrielle Anwendungen
Die Auswahl einer Dichtung richtet sich nicht allein nach Abmessung oder bisher eingesetztem Werkstoff. Medium, Temperatur, Druck, Bewegung und Einbausituation bestimmen, welche Ausführung geeignet ist.
Wir liefern Standardausführungen ebenso wie Sondermaße und kundenspezifische Dichtungsgeometrien.
Vier Dichtungsarten im Überblick
PTFE zeichnet sich durch eine sehr hohe chemische Beständigkeit und einen niedrigen Reibungskoeffizienten aus. Eingesetzt wird PTFE unter anderem bei aggressiven Medien, in der Chemie- und Verfahrenstechnik sowie in Bereichen mit erhöhten Temperaturanforderungen.
Chemische Medien · Säuren und Laugen · Lösungsmittel · Prozessanlagen · Pharma- und Lebensmitteltechnik · statische Abdichtungen
Wenn eine PTFE-Dichtung trotz chemischer Beständigkeit frühzeitig versagt, lohnt sich der Blick auf Spaltmaß, Druck und mechanische Belastung. Nicht jede PTFE-Ausführung verhält sich unter Druck gleich.
O-Ringe gehören zu den am häufigsten eingesetzten Dichtelementen. Entscheidend ist weniger der O-Ring als Bauteil selbst als die Kombination aus Werkstoff, Medium und Betriebsbedingungen.
NBR · EPDM · FKM · FFKM · PTFE
Pumpen · Armaturen · Maschinenbau · Hydraulik · Pneumatik · Anlagen- und Apparatebau
Einen vorhandenen O-Ring nicht einfach anhand der Abmessung nachbestellen. Wenn sich Medium, Temperatur oder Reinigungsverfahren geändert haben, kann der bisherige Werkstoff ungeeignet sein.
Elastomere passen sich aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften gut an Dichtflächen und Bauteiltoleranzen an. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Werkstoffe und Härten zum Einsatz.
NBR · EPDM · FKM · weitere Spezialelastomere
Pumpen · Gehäuse · Flanschverbindungen · Wasser- und Abwassertechnik · Lebensmitteltechnik · Chemieanlagen
Quellung, Versprödung oder Rissbildung sind wichtige Hinweise. Das Schadensbild kann zeigen, ob Medium, Temperatur, Montage oder Werkstoff die Ursache sind.
Spiraldichtungen bestehen aus einer spiralförmig gewickelten Metall-/Füllstoffkombination. Sie werden eingesetzt, wenn Flanschverbindungen höheren Druck- und Temperaturbelastungen standhalten müssen.
Prozessanlagen · Rohrleitungen · Dampf · Wärmetauscher · Apparatebau · chemische Anlagen
Nach einer Leckage nicht nur die Dichtung austauschen. Flanschparallelität, Oberflächenzustand und Montage können die eigentliche Ursache sein.
Sondermaße und Sondergeometrien
Nicht jede Maschine ist für eine Standarddichtung ausgelegt. Wir liefern neben gängigen Abmessungen auch Sondermaße, abweichende Querschnitte und kundenspezifische Dichtungsgeometrien – beispielsweise für bestehende Maschinen, ältere Aggregate oder Anwendungen, für die keine passende Standardausführung verfügbar ist.
Abweichende Abmessungen nach vorhandener Einbausituation.
Für bestehende Gehäuse und Dichtflächen.
Wenn Standardabmessungen nicht zur vorhandenen Nut passen.
Für spezielle Einbausituationen und kundenspezifische Anwendungen.
Wenn technische Zeichnungen oder definierte Abmessungen vorhanden sind.
Wenn keine Zeichnung mehr verfügbar ist.
Keine Zeichnung vorhanden? Für eine erste technische Prüfung können eine vorhandene Dichtung, einige Maße und ein Foto bereits ausreichen.
Fünf Fragen, die über die Werkstoffwahl entscheiden
Öl · Wasser · Dampf · Chemikalien · Lösungsmittel · Prozessmedien
Normalbetrieb · Minimum · Maximum · Temperaturspitzen
Betriebsdruck · Druckspitzen · Differenzdruck
Statisch · rotierend · axial · oszillierend
Nut · Welle · Flansch · Dichtfläche · Spaltmaß
Typische Fehlerquellen in der Praxis
Die Dichtung passt mechanisch, der Werkstoff aber nicht zum Medium.
Medium und Temperatur vor der Werkstoffauswahl prüfen.
Die bisherige Dichtung hat funktioniert – bis sich Betriebsbedingungen geändert haben.
Prüfen, ob Medium, Temperatur, Reinigungsprozess oder Betriebsdruck noch identisch sind.
Die Dichtung wird ersetzt, die eigentliche Ursache bleibt bestehen.
Schadensbild untersuchen. Quellung, Versprödung, Extrusion, Verschleiß oder ungleichmäßige Verformung können unterschiedliche Ursachen haben.
Eine Standardgeometrie passt nicht optimal zur vorhandenen Einbausituation.
Vorhandene Geometrie prüfen und gegebenenfalls eine Sonderausführung verwenden.
Eine ausgefallene Dichtung liefert Informationen
Bei wiederkehrenden Leckagen sollte nicht nur die Dichtung ersetzt werden. Das Schadensbild kann Hinweise auf die Ursache geben.
→ mögliche Unverträglichkeit mit dem Medium
→ mögliche thermische oder chemische Belastung
→ mögliches Problem mit Druck, Spaltmaß oder Werkstoff
→ mögliche mechanische Belastung, Bewegung oder Montageabweichung
→ mögliche Überlastung oder ungeeignete Einbausituation
→ Betriebsbedingungen und Werkstoffauswahl genauer prüfen
Sechs Angaben, sechs Schritte weiter
Vorhandene Dichtung oder Artikelnummer
Was wird abgedichtet?
Betriebstemperatur und mögliche Spitzen
Betriebsdruck und Druckspitzen
Maße, Nut, Welle oder Flansch
Wie lange hält die Dichtung? Wie ist sie ausgefallen?
Je genauer die Betriebsbedingungen bekannt sind, desto gezielter lässt sich Werkstoff und Ausführung auswählen.
KEINE PASSENDE STANDARDDICHTUNG?
Auch Sondermaße und Sondergeometrien sind möglich.
Sie können uns die vorhandene Dichtung, eine Zeichnung, Maße oder ein Foto senden. Bei wiederkehrenden Ausfällen sind zusätzlich Angaben zu Medium, Temperatur, Druck und bisheriger Standzeit hilfreich.
Sie kennen die genaue Bezeichnung nicht? Kein Problem.
Ein Foto und die vorhandenen Maße reichen für eine erste Prüfung.