Pumpen und Gleitringdichtungen: Ergebnisse aus der Praxis
Was sich an Verbrauch, Standzeit und Aufwand geändert hat – jeweils mit Kennzahl, Schadensbild und technischer Maßnahme.
Ein Pumpenbestand lief zuverlässig. Dennoch wurde eine Routine hinterfragt.
−20–25 %
GLRD-VerbrauchSteigende Instandhaltungskosten erhöhen den Druck, auch bei scheinbar störungsfreien Pumpen die laufenden Aufwände zu hinterfragen.
Bei einer Großbrauerei liefen die Pumpen zuverlässig. Gleitringdichtungen wurden im Rahmen der üblichen Instandhaltung regelmäßig ausgetauscht.
Der Ausgangspunkt:
Nicht der nächste Ausfall war das Problem – sondern die
Frage, ob die bestehende Austauschhäufigkeit technisch
tatsächlich notwendig war.
Ist eine gewohnte Ausfallhäufigkeit bei Pumpen automatisch wirtschaftlich optimal?
Mit steigenden Instandhaltungskosten rückte nicht der nächste Ausfall in den Mittelpunkt, sondern die Frage nach der Notwendigkeit der bestehenden Austauschhäufigkeit.
Die bestehende technische Lösung wurde schrittweise verändert.
Einzelfeder-Gleitringdichtungen wurden sukzessive durch nach dem UNI-Konzept ausgelegte Gleitringdichtungen ersetzt. Ziel war nicht die Behebung einer akuten Störung, sondern eine konstruktive Verbesserung der Standzeit im bestehenden Pumpenbestand.
An den umgestellten Pumpen wurde seit der Umstellung kein zuvor beobachteter Wellenverschleiß mehr festgestellt.
Normal heißt nicht automatisch optimal.
Auch bei einem zuverlässig laufenden Pumpenbestand stellt sich die Frage:
Erreicht die bestehende Lösung tatsächlich die technisch mögliche Standzeit?
Was sich an der Standzeit tatsächlich ändern lässt.
Vier konkrete Fälle: Schadensbild untersucht, Ursache eingegrenzt und die technische Ausführung an die tatsächlichen Betriebsbedingungen angepasst.
Wiederkehrender Dichtungsschaden
Thermalölpumpe · wiederholter Ausfall der Gleitringdichtung
Bei einer Thermalölpumpe fiel die Gleitringdichtung regelmäßig 2–3× pro Jahr aus. Die Folge waren wiederholte Reparaturen, zusätzlicher Wartungsaufwand und das Risiko ungeplanter Produktionsunterbrechungen.
- Schadensbild Kohlenstoffhaltige Ablagerungen im Bereich der Gleitringdichtung beeinträchtigten die Funktion und führten zur Leckage.
- Technische Änderung Gleitflächenwerkstoffe und Dichtungsausführung an die Betriebsbedingungen angepasst.
- Ansatz Schadensbild, Betriebsbedingungen und technische Ausführung gemeinsam betrachtet. Kein reiner Austausch der ausgefallenen Dichtung.
Über 3 Jahre Standzeit statt 2–3 Ausfällen pro Jahr.
Hoher Verschleiß an der Pumpe
Mehrphasenpumpe im Abwasserbereich · hohe Feststoffbelastung
Eine Edelstahl-Mehrphasenpumpe fiel durch abrasiven Verschleiß an Antriebswelle und Druckstufen spätestens nach vier Monaten aus. Eine Reparatur war nicht wirtschaftlich.
- Schadensbild Zunehmendes Spiel zwischen den Bauteilen durch die hohe Feststoffbelastung.
- Technische Änderung Verschleißfeste Bauelemente integriert, Oberfläche der Antriebswelle durch Beschichtung angepasst.
- Ansatz Nicht nur Austausch, sondern Anpassung der verschleißrelevanten Bauteile an die Feststoffbelastung.
Aus 4 Monaten Standzeit wurden über 2 Jahre störungsfreier Betrieb.
Hochdruck-Leimförderung: Abdichtung ohne Sperrwasser
Hochdruck-Triplex-Kolbenpumpe · Leimförderung bis 85 bar
Eine Hochdruck-Triplex-Kolbenpumpe fördert Leim mit bis zu 85 bar. Die werksseitige Packungsabdichtung verursachte drei Stillstände pro Jahr, hohen Arbeitsaufwand und zusätzliche Kosten.
- Ausgangssituation Die Packungsabdichtung erforderte bei der Leimförderung hohen Wartungsaufwand. Zur Kontrolle von Temperatur und Verklebungen an den drei Kolben war zusätzlich Sperrwasser erforderlich.
- Technische Änderung Die Abdichtung wurde konstruktiv neu ausgeführt: axiale Cartridge-Einheit mit PTFE-Elementen, ausgelegt auf die hohen Drücke und die Eigenschaften des Leims.
- Ansatz Kein reiner Austausch der bestehenden Abdichtung. Neuauslegung entsprechend den tatsächlichen Betriebsbedingungen der Anwendung.
Ein Jahr im Einsatz. Ohne zusätzliches Sperrwasser, mit reduziertem Arbeitsaufwand.
Sonder-Gleitringdichtung nicht mehr lieferbar
Obsoleszenz · bestehende Anlage soll unverändert bleiben
Eine Sonder-Gleitringdichtung war beim ursprünglichen Hersteller nicht mehr lieferbar. Ein Austausch gegen eine verfügbare Standardlösung hätte eine Anpassung der bestehenden Anlage erfordert.
- Ausgangssituation Sonder-Gleitringdichtung obsolet, über den Originalhersteller nicht mehr beziehbar.
- Technische Änderung Reverse Engineering der vorhandenen Gleitringdichtung, vollständige Neufertigung einschließlich Gleitflächen.
- Ansatz Keine Anpassung der Anlage an eine verfügbare Dichtung. Rekonstruktion der benötigten Dichtung passend zur vorhandenen Konstruktion.
Keine Anlagenänderung erforderlich. Bestehende Konstruktion bleibt nutzbar, ohne Aufwand für Anlagenumbau.
Wiederkehrender Ausfall an Ihrer Pumpe?
Schildern Sie uns Ihre Pumpe, Ihr Medium und das bestehende Problem. Wir prüfen, welcher Schadensmechanismus vorliegt.
Hilfreich: Pumpentyp und Hersteller · Medium und Temperatur · Foto des Schadensbildes