Aus der Praxis

Pumpen und Gleitringdichtungen: Ergebnisse aus der Praxis

Was sich an Verbrauch, Standzeit und Aufwand geändert hat – jeweils mit Kennzahl, Schadensbild und technischer Maßnahme.

Aus der Praxis · Getränkeindustrie

Ein Pumpenbestand lief zuverlässig. Dennoch wurde eine Routine hinterfragt.

−20–25 %

GLRD-Verbrauch
Rund 24 Monate beobachtet
Über 900 Pumpen im Bestand
Ohne Pumpenumbau, ohne Produktionsstillstand
Aufgabe

Steigende Instandhaltungskosten erhöhen den Druck, auch bei scheinbar störungsfreien Pumpen die laufenden Aufwände zu hinterfragen.

Bei einer Großbrauerei liefen die Pumpen zuverlässig. Gleitringdichtungen wurden im Rahmen der üblichen Instandhaltung regelmäßig ausgetauscht.

Der Ausgangspunkt:
Nicht der nächste Ausfall war das Problem – sondern die Frage, ob die bestehende Austauschhäufigkeit technisch tatsächlich notwendig war.

Die Frage

Ist eine gewohnte Ausfallhäufigkeit bei Pumpen automatisch wirtschaftlich optimal?

Mit steigenden Instandhaltungskosten rückte nicht der nächste Ausfall in den Mittelpunkt, sondern die Frage nach der Notwendigkeit der bestehenden Austauschhäufigkeit.

Die Lösung · UNI-Konzept

Die bestehende technische Lösung wurde schrittweise verändert.

Einzelfeder-Gleitringdichtungen wurden sukzessive durch nach dem UNI-Konzept ausgelegte Gleitringdichtungen ersetzt. Ziel war nicht die Behebung einer akuten Störung, sondern eine konstruktive Verbesserung der Standzeit im bestehenden Pumpenbestand.

Weiterer Befund

An den umgestellten Pumpen wurde seit der Umstellung kein zuvor beobachteter Wellenverschleiß mehr festgestellt.

Die Erkenntnis

Normal heißt nicht automatisch optimal.

Auch bei einem zuverlässig laufenden Pumpenbestand stellt sich die Frage:
Erreicht die bestehende Lösung tatsächlich die technisch mögliche Standzeit?

Das UNI-Konzept ansehen
Aus der Praxis

Was sich an der Standzeit tatsächlich ändern lässt.

Vier konkrete Fälle: Schadensbild untersucht, Ursache eingegrenzt und die technische Ausführung an die tatsächlichen Betriebsbedingungen angepasst.

Reparierte Gleitringdichtung einer Thermalölpumpe
Fall 01 Problemfall · Gleitringdichtung

Wiederkehrender Dichtungsschaden

Thermalölpumpe · wiederholter Ausfall der Gleitringdichtung

2–3× Ausfälle pro Jahr
→
> 3 Jahre erreichte Standzeit

Bei einer Thermalölpumpe fiel die Gleitringdichtung regelmäßig 2–3× pro Jahr aus. Die Folge waren wiederholte Reparaturen, zusätzlicher Wartungsaufwand und das Risiko ungeplanter Produktionsunterbrechungen.

Technische Details
  • Schadensbild Kohlenstoffhaltige Ablagerungen im Bereich der Gleitringdichtung beeinträchtigten die Funktion und führten zur Leckage.
  • Technische Änderung Gleitflächenwerkstoffe und Dichtungsausführung an die Betriebsbedingungen angepasst.
  • Ansatz Schadensbild, Betriebsbedingungen und technische Ausführung gemeinsam betrachtet. Kein reiner Austausch der ausgefallenen Dichtung.
Ergebnis

Über 3 Jahre Standzeit statt 2–3 Ausfällen pro Jahr.

Edelstahl-Mehrphasenpumpe
Fall 02 Problemfall · Pumpe

Hoher Verschleiß an der Pumpe

Mehrphasenpumpe im Abwasserbereich · hohe Feststoffbelastung

4 Monate ursprüngliche Standzeit
→
> 2 Jahre störungsfreier Betrieb

Eine Edelstahl-Mehrphasenpumpe fiel durch abrasiven Verschleiß an Antriebswelle und Druckstufen spätestens nach vier Monaten aus. Eine Reparatur war nicht wirtschaftlich.

Technische Details
  • Schadensbild Zunehmendes Spiel zwischen den Bauteilen durch die hohe Feststoffbelastung.
  • Technische Änderung Verschleißfeste Bauelemente integriert, Oberfläche der Antriebswelle durch Beschichtung angepasst.
  • Ansatz Nicht nur Austausch, sondern Anpassung der verschleißrelevanten Bauteile an die Feststoffbelastung.
Ergebnis

Aus 4 Monaten Standzeit wurden über 2 Jahre störungsfreier Betrieb.

Kolbenabdichtung der Hochdruck-Triplex-Kolbenpumpe
Fall 03 Problemfall · Abdichtung

Hochdruck-Leimförderung: Abdichtung ohne Sperrwasser

Hochdruck-Triplex-Kolbenpumpe · Leimförderung bis 85 bar

3× Stillstände pro Jahr
→
1 Jahr bisherige Einsatzdauer

Eine Hochdruck-Triplex-Kolbenpumpe fördert Leim mit bis zu 85 bar. Die werksseitige Packungsabdichtung verursachte drei Stillstände pro Jahr, hohen Arbeitsaufwand und zusätzliche Kosten.

Technische Details
  • Ausgangssituation Die Packungsabdichtung erforderte bei der Leimförderung hohen Wartungsaufwand. Zur Kontrolle von Temperatur und Verklebungen an den drei Kolben war zusätzlich Sperrwasser erforderlich.
  • Technische Änderung Die Abdichtung wurde konstruktiv neu ausgeführt: axiale Cartridge-Einheit mit PTFE-Elementen, ausgelegt auf die hohen Drücke und die Eigenschaften des Leims.
  • Ansatz Kein reiner Austausch der bestehenden Abdichtung. Neuauslegung entsprechend den tatsächlichen Betriebsbedingungen der Anwendung.
Ergebnis

Ein Jahr im Einsatz. Ohne zusätzliches Sperrwasser, mit reduziertem Arbeitsaufwand.

Neu gefertigte Sonder-Gleitringdichtung
Fall 04 Problemfall · Gleitringdichtung

Sonder-Gleitringdichtung nicht mehr lieferbar

Obsoleszenz · bestehende Anlage soll unverändert bleiben

1× Dichtung nicht mehr verfügbar
→
0 Anlagenumbauten erforderlich

Eine Sonder-Gleitringdichtung war beim ursprünglichen Hersteller nicht mehr lieferbar. Ein Austausch gegen eine verfügbare Standardlösung hätte eine Anpassung der bestehenden Anlage erfordert.

Technische Details
  • Ausgangssituation Sonder-Gleitringdichtung obsolet, über den Originalhersteller nicht mehr beziehbar.
  • Technische Änderung Reverse Engineering der vorhandenen Gleitringdichtung, vollständige Neufertigung einschließlich Gleitflächen.
  • Ansatz Keine Anpassung der Anlage an eine verfügbare Dichtung. Rekonstruktion der benötigten Dichtung passend zur vorhandenen Konstruktion.
Ergebnis

Keine Anlagenänderung erforderlich. Bestehende Konstruktion bleibt nutzbar, ohne Aufwand für Anlagenumbau.

Wiederkehrender Ausfall an Ihrer Pumpe?

Schildern Sie uns Ihre Pumpe, Ihr Medium und das bestehende Problem. Wir prüfen, welcher Schadensmechanismus vorliegt.

Hilfreich: Pumpentyp und Hersteller · Medium und Temperatur · Foto des Schadensbildes